Wie fängt man einen Fisch? – unsere Woche vom 8. bis 12. Oktober

Montag:
Unser achtes Kind konnten wir heute in unserem Morgenkreis auf den Baumstammstücken willkommen heißen. Nach dem Begrüßungslied erzählten einige Kinder, was sie am Wochenende erlebt hatten. Beim Öffnen unserer Schatzkiste entdeckte Sascha eine Kartoffel. Was können wir mit Kartoffeln denn alles machen? Für heute sollte es Kartoffelbrei sein, den wir zusammen kochen werden. Mit Gemüsebürsten, Wasser und vereinten Kräften schrubbten wir unsere selbst geernteten Kartoffeln. Bis die gekochten Kartoffeln durch die Kartoffelpresse gequetscht waren, dauerte es seine Zeit: Gut Ding will lang Weile haben. Als die Abholzeit begann, konnten natürlich auch die Mamas probieren und im Nu war die große Schüssel leer.

Dienstag:
Elke erzählte weiter aus der Schöpfungsgeschichte. Die Fische „schwammen“ im Mittelpunkt. Besonders spannend: Auf dem Privatgelände von unserem Bauern Uli Pabst gibt es einen Teich und darin schwimmen Fische. Die weißgelben und orangefarbenen Goldfische konnten wir zwar gut erkennen, aber sie mit dem Kescher einzufangen, stellte sich als äußerst schwierig heraus. Der Stiel des Keschers und auch Elkes Arm waren zu kurz und der Teich zu breit. Also beschlossen wir, den Kescher mit einem Stock zu verlängern. Doch beim nächsten Fangversuch versteckten sich alle Fische unter den Seerosenblättern. Die Tiere sind eben schlauer als wir denken.

Mittwoch:
Viele Schulkinder kamen am Mittwoch zum Lernort Bauernhof auf das Gelände. Da räumten wir gerne das Feld und gingen fröhlich ein bisschen wandern. Vor zwei Wochen entdeckten wir auf dem Weg zur Quelle in dem Bach ein paar Fische. Vielleicht können wir dort ja einen fangen? Doch die Fische sahen das anders: Wir fanden keinen einzigen. Dafür entdeckten die Kinder ein paar Äpfel im Wasser, die sich mit dem Kescher fangen ließen. Der Hund von Claire, Hazel, machte daraus mal eben ein spannendes Spiel: Die Kinder fischten die Äpfel aus dem Bach, gaben sie Hazel und die ließ sie wieder ins Wasser fallen. Etwas später, an einer breiteren Stelle im Bach kletterten wir nach unten und jedes Kind konnte sich einen schönen Flusskiesel für Zuhause aussuchen. Den Fisch hätten wir natürlich wieder in den Bach getan, denn der will und soll ja so frei leben wie wir.

Donnerstag:
Bei strahlend blauem Himmel aber gefühlten 5 Grad versammelten sich alle acht Kinder mit Elke und Helmut zum Morgenkreis auf den Holzklötzen. Wir sangen unser Begrüßungslied, zählten die Kinder und steckten das Donnerstag-Männchen auf die Wochentags-Holzscheibe. Heute wollten wir nun endlich einen Fisch fangen und die Frau Pfarrer Schlör besuchen. Nachdem die Ziegen und die Hühner gefüttert waren, beluden wir den Bollerwagen mit unseren Rucksäcken, dem Wasserkanister und Sitzunterlagen. Der erste Weg führte zum Elternhaus von Lennart. Dort vesperten wir im Vorgarten und versuchten dann mittels Kescher ein Goldfischchen aus dem Teich zu erwischen. In Teamarbeit von Mama und Elke gelang es dann tatsächlich, ein Fischlein zu erhaschen. Endlich konnten alle Kinder genau beobachten wie ein Fisch schwimmt. Bald erlösten wir das orangefarbenen Wassertier und machten uns auf den Weg zur evangelischen Kirche. Weil wir am Pabst-Hof vorbeikamen, ließen wir den Bollerwagen und viele der warmen Kleidungsstücke hier zurück. So konnten alle etwas freier und luftiger den Weg bis zum Pfarrhaus gehen. An der Türklingel stand Pfarrerin Schlör, also musste hier gedrückt werden. Und sie kam tatsächlich, obwohl es schon 12 Uhr war. Freudig und fröhlich, wie wir sie kennen, begrüßte sie alle herzlich und lud uns ein, in die Kirche zu gehen. Da staunten die Kinderaugen, als sie im Kirchenschiff viele Besonderheiten entdeckten: erst den Taufstein, dann den Altar und die Kanzel und überall die Figuren. Wir stimmten unser Lieblingslied an: „Lasst uns miteinander singen, loben, danken dem Herrn.“ Das können die Kinder schon richtig gut mitsingen und mit Bewegungen begleiten. Freilich hatte die Pfarrerin noch allerlei Attraktion zu bieten: Einen Blick in den Turm, den Außenaufstieg zur Empore und zur Orgel und dann natürlich dieses wundersame Musikinstrument selbst. Die begabte Musikerin entlockte den vielen Pfeifen erst leise und dann immer lautere Töne. Jetzt sangen wir erst recht „Lasst und miteinander“. Beim Verabschieden beschlossen wir dankbar: Wir kommen bestimmt einmal wieder.

Freitag:
Weil heute auf dem Pabst-Hof viele Schulkinder und einige Eltern zum Thema „Vom Korn zum Brot“ zu Besuch kamen, machten wir uns gleich nach dem Morgenkreis auf den Weg Richtung Quelle. Ein Ausflugsziel, das die Kinder schon ins Herz geschlossen haben. Doch heute stand nicht die Quelle im Mittelpunkt, sondern diverse Apfelbäume. Wir durften Äpfel einsammeln. Mit sieben warm eingepackten Kindern und einem vollbeladenen Bollerwagen ging’s los. Unterwegs trafen wir auf die Kehrmaschine. Der freundliche Fahrer nahm sich die Zeit, den Kindern diese beeindruckende Maschine genauestens zu erklären. Wir vesperten unterwegs und nach 10 Uhr kamen wir bei den Apfelbäumen an. Überall lagen Unmengen von Äpfeln unter den vier Apfelbäumen. Die Aufgabe war nun, die guten und die schönen in den leergeräumten Bollerwagen zu sammeln. Das wird unser Wintervorrat werden. Also keine beschädigten und wurmigen Äpfel. Und bitte nicht in den Bollerwagen werfen, sonst gibt es braune Flecken und der Apfel wird faulig werden. Bald hatten wir den ganzen Wagen voll und es blieb noch viel Zeit zum Spielen und Vespern. Heute holten die Eltern ihre Kinder bei den Apfelbäumen ab. Uli Pabst kam freundlicherweise mit dem Auto und lud den ganzen Bollerwagen samt der Ernte ein.